Dr. Hase spricht auf dem diesjährigen deutschen Straßen- und Verkehrskongress über Innovationen im Asphaltbau
Warum setzen sich neue Asphaltbauweisen auf Flugbetriebsflächen häufig schneller durch als im klassischen Straßenbau? Dieser Frage widmete sich Manfred Hase, Geschäftsführer der HNL Ingenieur- und Prüfgesellschaft in Prisdorf, in seinem Vortrag. Im Mittelpunkt standen kurze Bauzeiten, verlässliche Qualität und der schnellere Transfer bewährter Lösungen in die Praxis.
Start- und Landebahnen, Rollwege und Vorfeldflächen sind unverzichtbare Betriebsmittel eines Flughafens. Sperrungen beeinträchtigen unmittelbar den Flugbetrieb und können erhebliche wirtschaftliche Folgen haben. Für Bauarbeiten bleiben deshalb häufig nur wenige Nachtstunden. Am nächsten Morgen muss die Fläche wieder sicher nutzbar sein.
Diese Anforderungen verändern die Planung: Während im Straßenbau häufig zunächst die Bauweise gewählt und daraus die Bauzeit abgeleitet wird, steht am Flughafen das verfügbare Sperrfenster zuerst fest. Die Bauweise muss sich diesem Zeitrahmen anpassen. Damit wird die Zeit bis zur Wiederfreigabe selbst zu einem wesentlichen Leistungskriterium.
Kürzere Abkühlzeiten durch HAKO-Asphalt
Als Beispiel stellte Hase den HAKO-Asphalt vor. Sein zusammenhängendes Hohlraumsystem ermöglicht es, den Asphalt nach Einbau und Verdichtung mit Wasser zu durchströmen und dadurch aktiv zu kühlen.
Nach den vorgestellten Erfahrungen aus dem Hamburger Hafen konnte die Zeit bis zur Wiederinbetriebnahme bei einer 14 Zentimeter starken Asphaltschicht von etwa 18 auf rund drei Stunden verkürzt werden. Am Flughafen Düsseldorf kommt die Bauweise beim nächtlichen Ersatz schadhafter Betonplatten zum Einsatz. Entscheidend ist dabei das Zusammenspiel von Baustoff, Kühlung, Logistik und genauer Ablaufplanung.
Flughafen Frankfurt als frühes Anwendungsbeispiel
Ein weiteres Beispiel lieferte die grundhafte Erneuerung der Frankfurter Parallelbahnen ab 2003. Die Arbeiten fanden ausschließlich nachts zwischen 22 und 6 Uhr statt. Temperaturabgesenkter Asphalt, eine Planung in 15-Minuten-Takten und redundant verfügbare Geräte unterstützten die rechtzeitige Wiederinbetriebnahme.
Das Beispiel verdeutlichte, wie betriebliche Anforderungen die Einführung technischer Lösungen beschleunigen können.
Bewährte Lösungen schneller nutzbar machen
Für einen besseren Innovationstransfer sprach sich Hase für klar beschriebene funktionale Anforderungen und messbare Leistungswerte aus. Dazu gehören neben Tragfähigkeit, Beständigkeit und Oberflächeneigenschaften auch verbindliche Anforderungen an die Wiederfreigabe.
Dokumentierte Langzeitreferenzen sollten stärker anerkannt werden. Definierte Innovationskorridore mit Prüfplänen, Qualitätssicherung und begleitendem Monitoring könnten zusätzliche Anwendungen ermöglichen. Bei der wirtschaftlichen Bewertung seien außerdem Bauzeit, Umleitungen und betriebliche Ausfälle einzubeziehen.
Die zentrale Botschaft des Vortrags: Erfolgreiche Innovationen brauchen verlässliche Nachweise und einen schnelleren Weg in die Regelanwendung. Die Erfahrungen auf Flugbetriebsflächen können dafür wichtige Impulse geben.
